Schleppleine & Schleppleinentraining

Auf dem Weg zum leinelosen Spaziergang...

 

 

Was ist eine Schleppleine?

  • Eine lange Leine, die wie der Name schon sagt, der Hund überwiegend hinter sich her schleppt. Sie ist nicht mit einer Rollleine (Flexi) zu vergleichen.
  • Ich verwende deswegen auch gerne das Wort Langleine, weil gerade für bestimmte Einsätze diese in den Händen gehalten wird.
  • Je nach Hund und Training, werden unterschiedliche Längen benötigt.
  • Die Schlepp- oder Langleine gibt es in unterschiedlichen Längen, Stärken, Farben und Materialien und dazu gehörigen Karabinern.

 

 

Wofür eine Schleppleine?

  • Sie dient zur Absicherung und zum Training auf größere Distanz, für mehr Kontrolle und Einfluss.
  • So lassen sich Trainingsabschnitte die bereits in der Nähe gut klappen auf Entfernung konsequent und zuverlässig durchführen.
  • Die Schleppleine kann Fehlverhalten vorbeugen, wie zB unkontrolliertes Losjagen auf Katze oder Wild oder andere Hunde und Lebewesen.
  • Sie wird zum Radiustraining eingesetzt, damit der Hund lernt in welchem Radius er sich um seinen Menschen bewegen darf. Kombiniert mit einem Aufmerksamkeitstraining arbeitet man so an der Orientierung am Menschen.
  • Leinenzwang, zB. im Wald oder Urlaubsgebiet.
  • Während der Brust- und Setzzeit oder bei läufigen Hündinnen.
  • Absichern von Junghunden oder ehemaligen Straßen- und Tierheimhunden.
  • Bei Fluchtthemen bezüglich Ängstlichkeit des Hundes. Hierzu rate ich zudem ein Sicherheitsgeschirr.
  • Hunde mit großer Jagdleidenschaft.
  • Hilfe für Menschen, die sich unsicher fühlen oder sind.
  • Zum Einsatz bei jagdlichen Arbeiten, im Jagdersatztraining, Man- und Pettrailen, Rettungshundearbeit, im Social Walk.

 

 

Wie wird die Schleppleine eingesetzt?

  • Die Schleppleine sollte IMMER an einem gut sitzenden und gepolsterten Brustgeschirr befestigt werden. Weil große Kräfte einwirken können, wenn der Hund hineinläuft.
  • Sie ersetzt den Freilauf, wenn man dies konsequent dran hat. Durch mal hin und mal doch nicht ran, durchschaut der Hund dies und weiß, wann er durchstarten kann.
  • Hunde, die sich bereits an ihren Menschen relativ gut orientieren oder Welpen, kann man bereits mit 10m Leinenlänge loslegen.
  • Bei Hunden, die sich nach außen orientieren fängt man bei 5m oder sogar erstmal auf die Führleinenlänge an, um sich im Laufe der Zeit auf weitere Längen hochzuarbeiten.
  • Das Ende der Schleppleine bleibt in der Hand. Zum weiteren Aufbau sollte sie zwar schleppend werden, das heißt sie ist dann komplett auf dem Boden und schleift hinter dem Hund her (ohne Schlaufe!). Dies wird von Ausbildungsstand und Umwelt abhängig gemacht.
  • Die Schleppleine sollte dem Hund angepasst sein - Unterschiede Größe und Gewicht des jeweiligen Hundes.

 

 

Wie wird die Schleppleine abgebaut?

  • Die Schleppleine sollte nur noch als Notanker genutzt werden müssen.
  • Sie wird im Laufe der Tage und Wochen nach und nach abgeschnitten.

 

 

Gibt es Nachteile?

  • Verletzungsrisiko beim Menschen durch Brandblasen (Fahrradhandschuhe tragen!) oder Stürze durch umwickeln der Beine.
  • Verletzungsrisiko des Hundes durch falsche Leine oder festmachen an Halsband (Schon gar nicht am Halti wegen Genickbruch!)
  • Schleppleine kann vieles mitreißen (Gestrüpp usw.).
  • Schmutz und Nässe.
  • Immer daran denken und dabei haben.

 

 

Welche Vorteile bietet die Schleppleine?

  • Distanzkontrolle
  • Verhindert zu 100% Fehlverhalten
  • Hund bleibt in einem bestimmten Radius
  • Hund kann trotzdem den Freilauf genießen
  • Sicherheit für Hund und Mensch
  • Stopp- und Rückrufaufbau
  • Gute Basis für Aufmerksamkeit und Miteinander

 

Tipps:

  • Erlerne das Handling der Schleppleine (Aufwickeln, Einführung usw).
  • Zwei Hände werden benötigt.
  • Knoten sofort auflösen.
  • Festes Schuhwerk, lange Hosen und Handschuhe tragen.
  • Achte immer auf eine lockere Schleppleine.
  • Die Schleppleine nicht bei Menschenansammlungen oder wo sich viele Menschen bewegen, wie zB Parks oder neben einem Fahrradweg. Auch nicht bei Pferden / Fluchttieren oder an einer Straße verwenden.
  • Das Spielen an der Schleppleine mit anderen Hunden aus Sicherheitsgründen (Verknotungen - Sprünge!) unterbinden.
  • Ritualaufbau von Trainingsmodus und Nicht-Trainingsmodus bzw. Leinenführung und Freilauf einführen.