Zwergerl-Basis-Onlinetraining

Ich zeige dir in 4 Schritten, wie du mit deinem Hund das Zwergerln trainierst.

 

Folgende Übungen sind am Anfang wichtig:

  • Ruhe auf dem Platzerl
  • Start- und Endpunkt
  • Tauschen
  • Anzwergerln

 

 

Welches Zwergerl für deinen Hund?

Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Was hast du für einen Hund?
  • Welche Rasse oder Mix ist er?
  • Kann dein Hund schon Dinge tragen?
  • Was für Dinge trägt dein Hund?
  • Wie trägt er diese Dinge (hektisch, ruhig, vorsichtig...)?
  • Macht er Dinge kaputt?
  • Welche Dinge macht er kaputt?
  • Wie groß ist der Abstand zwischen den Zahnreihen?

 

So kann ich dir bei der Auswahl behilflich sein:

  • Zwergerl sollten nach außen beiderseits genügend Platz im Hundemund haben, damit der Hund beim nachgreifen noch Kontakt mit dem Zwergerl hat.
  • Die Starter-Zwergerl sollten gerne genommen werden, deswegen achte darauf, dass kein Konflikt entsteht. Macht dein Hund gerne Kuscheltiere kaputt, dann bekommt er anfangs kein Zwergerl mit Plüsch- oder Flauschstoff.
  • Bei Hunden, die mal gerne zum runterschlucken neigen oder sehr gefräßig sind, eignen sich gedrehte Zwergerl. Jedoch Hunde mit starker Beleftzung und auch Kleinhunde nehmen gedrehte Zwergerl meist nicht so gerne.
  • Um Sequenzen sinnvoll aufzuarbeiten, sollten es anfangs 4 Zwergerl sein.
  • Durchaus kannst du von Anfang an auch Hänge-Zwergerl (mit Kordel) verwenden, da diese für weitere Zwergerlaufgaben sehr gefragt sind.
  • Schwimmende Zwergerl haben spezielle Stoffe aus zB Neopren oder LKW-Plane.
  • Die Platten-Zwergerl sind flach und für den Anfang schwierig, da gerade beim Zwergerl-Aufbau-Training die Aufnahme und das Bringen zügig und flüssig abölaufen soll.

 

 

Was du alles zum Zwergerln benötigst

  • mindestens 4 Zwergerl
  • Tasche zur Unterbringungen von sämtlichen aufgeführten Materialien.
  • Babypuder, um die Windrichtung einzuschätzen oder den Hund zielgerichtet auf vorher geplante Aufgabe zu schicken.
  • Pro Hund ein Platzerl (falls du mehrere Hunde hast).
  • Ausreichend gute kleine Leckerlis/Kekse zum Tauschen der Zwergerl
    - Bei Problemen der Abgabe rate ich zu besonders tollen Keksen.
    - Kauartikel und harte oder sehr große Leckerlis vermeide bitte, da diese zu lange brauchen um geschluckt zu werden.
  • eine 2-3m lange Führleine.
  • Schleppleine 10-20 Meter für Hunde, die (noch) nicht in den Freilauf können.
  • Halsband oder gutsitzendes Brustgeschirr - Schleppleine NUR an Brustgeschirr!
  • Wasser für deinen Hund.

 

Die zwergel´schen Regeln

  • Es sollen immer mehere Zwergerl in Einsatz sein, jedoch mindestens 4.
  • Im Vordergrund steht der Spaß mit seinem Hund etwas gemeinsam zu machen.
  • Im Gegenzug sind Turnier-Ambitionen oder ähnliche Veranstaltungen mit diesem Interesse untersagt!
  • Im Training sind Ruhepausen zum entspannen zwischen den Übungen mit einzubauen.
  • Die Pause auf dem Platzerl ist "heilig"! Der Hund wird niemals vom Platzerl in eine Aufgabe geschickt.

 

Wie lernt dein Hund in Bezug auf´s Zwergerln?

Lernatmosphäre
Dein Hund sollte sich beim "Anzwergerln" in der Umgebung wohlfühlen. Bekommst du seine komplette Aufmerksamkeit kann er die gestellten Aufgaben fest in seinem Gehirn verankern.

 

Neugierde wecken

Verwende von Beginn an mehrere unterschiedliche Zwergerl. Je flexibler du die Zwergerl einsetzt umso interessanter bleibt es und setzt sich stabiler ins Gehirn fest.
Denke daran: Je abwechslungsreicher du mit deinem Hund zwergerlst, desto mehr Lernvorgänge hast du. Alles andere ist aus hündischer Sicht Energieverschwendung!

 

Trainingaufbau

Ein sinnvoller Trainingsaufbau ist sehr wichtig, weil wir die einfachen Strukturen später zusammenführen. Hat der Hund mit den einfachen Übungen noch Probleme werden diese zusammenhängende Übungsabläufe nicht kombiniert.
Beispiele: Deckentraining - Warten - Sitz - Aus/Tauschen... Arbeitet man zu schnell an den komplexeren Übungen rutscht zB. das Warten im Gehirn nach hinten und wird als eher unwichtig abgewertet.

 

Kooperation

Dein Hund sollte wissen, dass deine Signalbefolgung für ihn erstrebenswert ist. Wir sind beim Zwergerln immer freundlich und konsequent.

 

So läuft´s ab:

Text

Erklärung der einzelnen Rubriken.

Videos

Sobald du die Bilder anklickst gelangst du zu dem entsprechenden Video der einzelnen Rubrik.


Ruhe auf dem Platzerl

Das Platzerl ist ein Ruhepunkt und Orientierungspunkt. Es bedeutet für den Hund "Ruhepause". Vom Platzerl werden keine Aktivitäten gestartet. Von dort aus nie den Hund zum Zwergerln animieren.

Der Hund wird dort mit der Leine abgeholt, aufgefordert ein paar Schritte mitzugehen, zum Sitzen gebracht und von dort ins zwergerln geschickt. Es würden sich sonst der Pausen-Modus zu sehr verwaschen, den Hund ins Vorwärtsdenken bringen, es steigert sich dadurch seine Erwartungshaltung und somit würde er nicht mehr am Platzerl richtig entspannen.

 


Deckentraining

  • Das Deckentraining vorab gesondert trainieren.
  • Zuhause im Haus, Garten, Balkon, Terrasse, Hof.
  • Beim täglichen Spaziergang in bekannter, später unbekannter Umgebung.
  • Ohne Ablenkung, mit geringer Ablenkung, später mit großer Ablenkung
  • Bei allen gemeinschaftlichen Unternehmungen als Ruheplatz.

Platzerl - Decken - Training

ideal, weil:

  • bereits für Welpen.
  • für alle Hunde um eine Orientierung zu bekommen, wo man sich aufhalten darf.
  • für zur Ruhe kommen und diese fördern.
  • bei Spaziergängen und Ausflügen einsetzbar.

Start- & Endpunkt

Die Zwergerltasche oder dein Rucksack dient zum Start, bei der du deinen Hund losschickst und ihr trefft euch dort auch wieder zur Abgabe und zum Tauschen.

Tasche oder Rucksack

Die Zwergerltasche oder dein Rucksack wird als Start- und Endpunkt verwendet.

 

 


Warten

Du blockierst deinen Hund so, dass deine Handinnenfläche auf ihn zeigt, somit signalisierst du "Warte".

Impulse kontrollieren

Dein Hund lernt dabei:

  • dass er sich so lange zurücknehmen soll, bis du ihn in seine Aufgabe lässt.
  • seine Impulse zu kontrollieren und Frustrationstoleranz aufzubauen.
  • sich zu konzentrieren.
  • auf dich zu achten.

Tauschen

Das Tauschprinzip macht Sinn, denn der Hund hat durch das Zwergerl Beute aufgenommen. Nun kann er lernen, dass er es uns gerne bringen möchte, weil wir für ihn Kekse haben und ihm sein Herausgeben mit positiven Gefühlen, also guter Laune, entgegenbringen.

Zum Tauschen sitzt oder steht dein Hund vor oder neben dir. Ich täschle sanft die Brust meines Hundes, bevor ich meine Hand unter seinem Kiefer lege.

Kennt dein Hund ein "Aus", kannst du es genau jetzt einfordern.

 


Aus lassen & tauschen

  • Welpen und Hund müssen lernen etwas was sie im Mund haben ihrem Menschen zu übergeben.
  • Für Hunde ist das Wegnehmen von Beute unverständlich - alle Rudel(Familien)mitglieder würden Futter herschleppen um den Nachwuchs zu versorgen.
  • Menschen tun aber ihrem Hund Beute abnehmen, weil es zB auch etwas Ungenießbares sein kann. Damit der Hund versteht, dass er für das Ausgeben von Beute(unsere Zwergerl) Gutes bekommt, verwenden wir das Tauschen.
  • Gerade in den Anfängen sollte das Tauschfutter ganz besonders für deinen Hund sein, damit er ohne Weiteres mit dir tauscht.
  • Tauschen sollte sich zu einem Ritual etablieren.

 

Beutefangverhalten

  • Jeder Hund ist genetischbedingt ein Jäger.
  • Durch Zuchtselektion sind die Verhaltensketten der Jagd verschoben worden und haben sich bei einigen Rassen verstärkt und bei anderen verringert.
  • Beutefangverhalten ist zielgerichtet, wirkt selbstbelohnend und dient zur Bedürfnisbefriedigung.
  • In der Entwicklungsphase eines Hundes sollte auf Hetzspiele jeglicher Art, wie Bälle, Spielis usw. NICHT geworfen werden. Da die Lust auf Wiederholungen durch das Selbstbelohnungsprinzip wächst und der junge hormongesteuerte Hund dieses Verhalten nicht mehr kontrollieren kann.
  • Zwergerl werden generell NIE geworfen, außer wir trainieren an der Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und der Hund bekommt für´s Bleiben einen Keks = Erwartungshaltung verändern.

 

 


1. Übungseinheit

Anzwergerln

  • Der Hund ist an normaler Führleine gesichert.
  • Die Zwergerltasche oder der Rucksack liegt am Boden.
  • Ihr seid euch gegenüber, wobei du dabei in der Hocke (auf Ebene des Hundes) bist.
  • Hole eins deiner 4 Zwergerl aus der Tasche und betrachte es freudig und neugierig - der Hund bekommt einen Keks.
  • Ist er neugierig, schnuppert am Zwergerl bekommt er wieder einen Keks.
  • Du kannst dich auch leicht von ihm wegdrehen, so dass er dir folgt. Das macht es spannender.
  • Jeder Kontakt mit dem Zwergerl wird mit Leckerlis bestätigt.
  • Wechsle die Zwergerl und wiederhole das alles einige Male.
  • Nimmt dein Hund das Zwergerl in den Fang, bietest du ihm einen Keks an - Dabei kannst du ihm den Keks direkt vor die Nase halten, damit er das Zwergerl auslässt.
  • Wichtig dabei ist, dass du das Zwergerln ihm nicht einfach abnimmst, da wir ja lernen zu tauschen.
  • Achte mit deiner Körpersprache darauf, dass du nicht frontal zu deinem Hund bei der Abgabe stehst, sondern immer etwas seitlich deinen Körper abwendest.
  • Lege das Zwergerl auf den Boden und fordere ihn freundlich auf es aufzunehmen.
    Wichtig hierbei ist, dass du einfach mit viel Spaß dabei bist, ohne Druck herangehst, sonst demotivierst du deinen Hund.
  • Manche Hunde brauchen länger um zu verstehen oder sich zu trauen.
  • 3-4 Wiederholungen reichen aus.
  • Nach dieser Übungseinheit führst du deinen Hund auf sein Platzerl. Jetzt hat er sich eine Pause verdient.

 

 


2. Übungseinheit

Apportieren auf Sicht

  • Als erstes zwergerln wir wieder kurz an.
  • Alle Zwergerl und die Leckerlis sind gut verstaut.
  • Der Hund sitzt an der Zwergerltasche.
  • Wartesignal geben.
  • Lege das Zwergerl 2-3 Meter sichtbar aus.
  • Gehe zum Hund zurück.
  • Nehme die Leine auf und schicke ihn mit einer leichten Vorwärtsbewegung deines Oberkörpers zum ausgelegten Zwergerl. Kennt dein Hund "Apport" oder "Bring", dann kannst du es vor dem Körpersignal geben. Kennt es dein Hund nicht, dann nimm dich erstmal zurück und gebe dieses Signal, sobald dein Hund mit dem Zwergerl im Mund zu dir zurückläuft. Sobald das einige male gut geklappt hat, gibst du erst dein Hörsignal, dann dein Körpersignal/Sichtsignal.
  • Der Hund wird nun durch das Zwergerl ausgelöst, nimmt es auf und bringt es.
    Sollte er es nicht bringen wollen, hast du den Hund ja an der Leine gesichert.
    Um deinen Hund beim zurücklaufen zu unterstützen kannst du in die Hocke gehen, sobald er das Zwergerl aufgenommen hat.
  • Tausche Keks gegen Zwergerl und gebe dabei immer ein freundliches Lobsignal "Prima" oder "Super" dazu, da es deine positive Grundstimmung verrät (Stimmungsübertragung!).
  • Nach freudiger und freiwoilligem Tauschen steckst du das Zwergerl wieder ein.
  • Baue ein Auflösesignal, wie zB "Fertig" oder "Okay" mit ein, damit dein Hund nicht in einer Erwartungshaltung bleibt.
  • Für die Pause geht´s wieder zum Platzerl.

Weiterer Aufbau

  • Übe das Warten
  • Festige das Ruhen auf dem Platzerl
  • Erweitere die Distanz von Hund zu Zwergerl
  • Lege weiterhin auf Sicht aus

3. Übungseinheit

Die Vorgehensweise ist genauso wie bei der 1. und 2. Übungseinheit. Der Unterschied der 3. und 4. Übungseinheit liegt in den verschiedenen Suchebenen (verbuddeln und halbhoch) als Variation.

Wir trainiereb zuerst wieder im Nahbereich und der Hund darf beim Auslegen zusehen. Hier geht es nicht um den Such-Modus, sondern dass der Hund mit Spaß an der sache ist.
Tauschen wird weiterhin generalisiert (= Lernerfahungen auf vielen möglichen Situationen und Orten).

 

 

Sucheebene verbuddeln

Zwergerl unter Laub, Brett, Ästen, Steinen, Grasbüschel...

  • Der Hund sitzt an der Zwergerltasche.
  • Wartesignal geben.
  • Lege das Zwergerl 2-3 Meter sichtbar unter etwas aus.
  • Gehe zum Hund zurück.
  • Nehme die Leine auf und schicke ihn zum Zwergerl.
  • Der Hund wird nun durch das Zwergerl ausgelöst, nimmt es auf und bringt es.
  • Tausche freundlich Keks gegen Zwergerl
  • Nach freudiger und freiwilligem Tauschen steckst du das Zwergerl wieder ein.
  • Benutze dein Auflösesignal und bringe deinen Hund zum Platzerl.

4. Übungsschritt

Suchebene halbhoch

Zwergerl liegt auf Baumstumpf, Eimer, kleine Mauer, Baumstamm oder hängt nur etwas erhöht (max. ca. Kopfhöhe Hund) am Zaun, Ast...

 

  • Der Hund sitzt an der Zwergerltasche.
  • Wartesignal geben.
  • Lege das Zwergerl 2-3 Meter sichtbar auf etwas aus.
    ODER
  • Hänge das Hänge-Zwergerl 2-3 Meter sichtbar an etwas dran.
  • Gehe zum Hund zurück.
  • Nehme die Leine auf und schicke ihn zum Zwergerl.
  • Der Hund wird nun durch das Zwergerl ausgelöst, nimmt es auf und bringt es.
  • Tausche freundlich Keks gegen Zwergerl
  • Nach freudiger und freiwilligem Tauschen steckst du das Zwergerl wieder ein.
  • Benutze dein Auflösesignal und bringe deinen Hund zum Platzerl.

Weiterer Aufbau

In eurem weiteren Training kannst du nun die Distanz von Hund zu Zwergerl erweitern.
Wenn du die hohe Suchebene (der Hund muss sich auf die Hinterbeine stellen o.ä. um zum Zwergerl zu kommen) anfängst, dann denke daran, dass die Distanz von Hund zu Zwergerl wieder 2-3 Meter beträgt und dein Hund zuschauen darf.
Bedenke bei der hohen Suchebene, das dein Hund keine Probleme mit dem Bewegunsapparat hat oder es auch zu schwierig für ihn sein kann.

Zwergerl - Aufbau - Training

Gerne kannst du mich für einen Zwergerl-Spaziergang kontaktieren. Dabei zeige ich dir und deinem Hund noch viele weitere Zwergerlaufgaben und was alles möglich ist.

 

 

Lade dir hier dein Skript zum Zwergerl-Basis-Onlinetraining herunter.

 

Download
Zwergerl-Basis-Onlinetraining_Skript
In vier Schritten zum Zwergerln
Zwergerl_Online_Training_Skript.pdf
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Ich hoffe mein Zwergerl-Basis-Onlinetraining hat dir gefallen. Ich freue mich über dein Feedback.

 

Viel Spaß dabei!